
Bild: www.pixelio.de/ Klaus-Peter Wolf
Heute Morgen gab es im Radio eine Sendung über das Schächten und andere Tötungsmethoden für Schlachttiere - was sei am schmerz- und streßfreiesten für Tiere? Die Meinungen teilten sich in mehrere
Lager. Hierbei ging es um die "Gewinnung" von Nahrungsmitteln. Notwendig oder nicht, auch da teilen sich die Meinungen...
Und soeben habe ich eine Nachricht über gewaltfreies Pferdetraining gelesen... Hier geht es überwiegend um die Ausübung eines Hobbies, wenigstens in Deutschland. Es ist traurig, daß da über
gewaltfreies Training noch gesprochen und diskutiert werden muß, daß es nicht selbstverständlich überall gelehrt wird... Zigfach leiden Pferde, um den Menschen für ihre Hobbies zu dienen. Weil die
Menschen nicht bereit sind oder es nicht gelernt haben, auf ihre Tiere einzugehen... Gerten und Sporen sind meist anerkannte Hilfsmittel zu Verständigung zwischen Mensch und Tier. Aber leider
werden sie viel zu oft zu hart eingesetzt - als Druck- anstatt Hilfsmittel.
Wer einmal auf alltäglichen Reitturnieren am Abreiteplatz und zwischen den Hängern umhergegangen ist, der weiß, wie rüde manchesmal der Umgangston zwischen Reiter und Pferd ist, wie schlecht die
Verständigung funktionieren kann - besonders im Turnierstreß. Solange Pferdehobbies aber auf Kosten der Tiere gehen, können sie doch keine echte Freude bringen - auch wenn reiten, Kutsche fahren
oder die anderen Pferdehobbies eigentlich Spaß machen können. Es kann nur auf gegenseitiger freiwilliger Basis funktionieren - selbst falls damit möglicherweise keine turnierreifen Leistungen
erreicht werden. Meister ihres Fachs schaffen es auch ohne spezielle Kurse zu gewaltfreiem Pferdetraining, sie haben den Pferdeverstand von allein intus. Und ich freue mich immer, wenn ich ein
Beispiel dieser mögliche Harmonie sehe.
Drei mal habe ich als "verrückt" oder "agressiv" geltende tretende oder beißende Pferde innerhalb von einigen Wochen gewaltfrei eingeritten. Sie hatten alle drei schon ihre schlechten Erfahrungen
mit Menschen gemacht. Damals gab es leider noch keine leicht erreichbaren Kurse in der Richtung. Wenigstens hatte sich nichts bis zu mir durchgesprochen... Durch gemeinsame Spaziergänge habe ich
mich den Tieren, die anfangs kaum halfterführig waren, genähert. Viel Zeit habe ich uns gelassen auf den Touren durch Feld und Wald. Erst nur im Schritt, später auch in Trab und Galopp am lockeren
Strick - das war Training für beide Seiten. Nach 6 bis 10 Wochen habe ich dann jeweils das erste Mal auf ihnen gesessen - ohne Abwehr, ohne Buckeln und Bocken, die Tiere haben mir vertraut. Sie
waren bereit, mich auf ihrem Rücken zu akzeptieren.
Zur Pferdehaltung braucht es viel Land - Offenstallhaltung ist in meinen Augen angesagt. Einzelhaft in kleinen Boxen nicht tiergerecht.(Siehe auch Broschüre des
Deutschen Tierschutzbundes im PdF-Format:
Artgerechte Pferdehaltung) Hier im Ruhrgebiet aber ist das kaum finanzierbar. Also
ist zur Zeit keine Pferdezeit. Außerdem braucht es viel Zeit und Ruhe, um eine Vertrauensbasis aufbauen und erhalten zu können, als Mutter fehlt mir diese neben Haushalt und Familie. Pferdehaltung
ist, wenigstens für mich, mehr als das Zahlen der Kosten und kurzzeitige Besuchen des Tieres am Stall für dann, bitte perfekte, Ritte...
Gewiß, damals wie heute war ich noch weit entfernt vom "Pferdeflüsterer", aber ich war doch den meisten Reitern am jeweiligen Stall in der Hinsicht vorraus. Beim ersten Pferd wurde sogar noch eine
Wette aufgestellt, daß ich den "verrückten Gaul" so nie einreiten würde. Bei dem müsse man drauf und dann oben bleiben, bis er Ruhe gibt... Aber keiner vom Hof wettete für meine Art, ich selber
erfuhr erst später von der Wette - damals, vor über 20 Jahren...
Heute gibt es einige offiziell anerkante gewaltfreie Methoden zum Pferdetraining - zum Glück!!! Es können Seminare mit und ohne dem eigenen Pferd besucht werden. Auch mit Problempferden wird man
nicht allein gelassen. Freilich, kostenlos ist es nicht. Pferdehaltung ist eben auch heute Luxus... Wenigstens eine der Methoden müßte dabei eigentlich Pflicht sein für jeden Pferdehalter. Egal,
welche Reittechnik eingeschlagen wird, die gewaltfreie Verständigung sollte als Basis verstanden sein. Damit kann es weitergehen mit Westernreiten, Englischer Dressur und und und... Aber in kaum
einem Reitstall wird im gewöhnlichen Reitunterricht intensiv darauf eingegangen... Falls ich mich da irre, laßt es mich als Kommentar wissen - es würde mich freuen, wenn der Reitunterricht
unbemerkt andere Schwerpunkte bekommen hat :-)
Deshalb hier eine Ankündigung für eine der gewaltfreien Methoden:
"Der Pferdeflüsterer"-Monty Roberts kommt wieder nach Deutschland!
From My Hands To Yours – Tournee 2008
16.04.2008 Verden Niedersachsenhalle
22.04.2008 Köln KölnArena
25.04.2008 Oldenburg Weser-Ems-Halle
27.04.2008 Mannheim SAP Arena
30.04.2008 Hamburg Sporthalle
Geschenkidee:
Wer einem Pferdebesitzer oder Pferdefreund ein nützliches Geschenk machen möchte, kann ihm ja eine Eintrittskarte spendieren. Und wem diese Methode nicht zusagt, verschenkt eben ein Buch, ein Video
oder ein Seminar oder Lehrgang eines anderen Trainers - je nach Geldbeutel.
Für
Kinder und Jugendliche ist es besonders wichtig, in einen gewaltfreien Umgang mit dem Pferd eingeführt zu werden. Für viele Kinder ist es anfangs ein
Schreck, wenn sie zusehen müssen, wie "ungehorsame" Pferde mit Gerte und Sporen "erzogen" werden... So etwas müßte eigentlich auch jeden erwachsenen Zuschauer aufbegehren lassen... Aber anstatt
dessen wird es geduldet und somit auch an die Kinder als alltäglich weitergegeben. Anstatt daß es Buh-Rufe hagelt oder Pferd und Reiter getrennt werden - man stelle sich solch eine Reaktion in der
Öffentlichkeit vor...
Aber wie gesagt, außer Monty Roberts gibt es auch noch viele andere, die den Einklang mit dem Pferd suchen und weitervermitteln möchten. Auch ihren Methoden sollten man jedoch kritisch begegnen,
aber sie helfen auf alle Fälle weiter auf dem Weg von der Gewalt gegen zum Einklang mit dem Pferd. Nutzt die Möglichkeiten des Internets:
Einfach mal googeln, z. B. unter dem Stichwort "gewaltfreies Pferdetraining". Wichtig ist dabei, sich auf unterschiedlichen Seiten umzuschauen, um die für einen selber passende Methode, den
richtigen "Lehrer", die richtige "Lehre" zu finden. Anregungen für den eigenen Erziehungsstil zu bekommen. Denn ein aufmerksamer Pferdemensch kann überall noch etwas lernen, interessante Eindrücke
bekommen...
Viel Spaß beim Weitersurfen!
Videos zu dem Thema gibt es im
Sozialen Netzwerk Naturtipps unter Videos 111).
Pferdeschutzseiten, Beispiele:
-
pferdeschutz.org
-
aktion-pferdeschutz.de
-
pericles-pferdeschutz.ch
-
save-horses.de, deutsches Forum
-
pferdeschutzhof.de
Und denkt immer daran - ein Pferd in Menschenhand ist von Menschens Hand abhängig!
Gebt Liebe anstatt Hiebe - Danke!
Für ein friedliches Miteinander von Mensch und Pferd -
Macht alle Mit!